markus kaiser
Welche Gitarren spielst Du?
Eine Lowden F25 C, eine Martin D35 S ( Baujahr 1976 ), eine Yamaha FG 1500 aus den frühen Achtzigern.
Welche Pickups spielst Du? Welche Amps und Efekte?
Die Lowden ist bestückt mit einem Fishman Natural one plus Elypse Blender ( zusätzliches Mikro). die Martin mit einem Hauske Bigtone plus AKG C411 Kontaktabnehmer unter der Decke, die Jamaha mit einem K&K Pure western Pickup. Wenn ich nur die Bühne beschallen muss, nehme ich als Amp einen Schertler Unico. Wenn keine PA da ist, oder wenn ich mit Milchkaffee Blau spiele, nehme ich ein Bose L1 System. Hin und wieder benutzte ich auch ein paar Tretminen ( Chorus und Delay).
Spielst Du Open Tunings oder standardstimmung?
Überwiegend Standardstimmung. Manchmal auch Drop D, manchmal auch Drop D und G.
Zuhause spiele ich auch mal Open Tunings. Ich muss aber sagen, daß es mir schwer fällt, damit zu komponieren, ohne gleich heftigen Klischeealarm auszulösen.
Benutzt du Fingerpicks oder Plektren?
Bei Konzerten spiele ich fast alles nur mit Fingern. Früher habe ich auch Daumen- und Fingerpicks benutzt. Irgendwann habe ich sie aber mal vergessen und musste dann mit Fingern spielen. Mittlerweile habe ich auch an den Fingern der rechten Hand Hornhaut, so daß es schwer zu unterscheiden ist , ob ich grade mit Fingern oder mit Daumenpick, oder Plektrum spiele. Bei Songbegleitung spiele ich schon mit Plektrum. Ich mag sehr das Anschlagsgeräusch bei sanften Balladen. Auch bei Band- oder Duoeinsätzen spiele ich gerne Plektrum plus Finger bei schnellen Solopassagen.
Bevorzugst du irgendwelche saiten?
Ich muss Saiten von Elixir nehmen, weil ich bei Konzerten manchmal das halbe Griffbrett wegätze mit meinem Handschweiß. Aber diese Saiten in der Phosphor-Bronzeausführung kommen den guten konventionellen Phosphor-Bronzesaiten klanglich sehr nah. Manchmal nehme ich auch andere Saiten. Nur dick genug müssen sie sein ( 12-53).
Gibt es handwerkliche Merkmale in Deinen Kompositionen, die oft auftauchen?
Ja, ich denke schon. Häufig hört man diese funkigen Mittelstimmen, die mit Daumen und Zeigefingern einen ganzen Song durchlaufen. Dann war die Entdeckung von diatonischen Dreiklängen zur Harmonisierung von Melodien sicherlich eine wichtige Erfahrung. Schöne Harmoniefolgen und Modulationen sind auch immer wieder Herausforderungen für mich. Trotzdem ist es bei aller klangmalerei auch sehr wichtig, daß man klare, fast mitsingbare Melodien erfindet.
welche Vorbilder hast du?
Ich stehe sehr auf Tommy Emmanuel. Zuhause versuche ich auch oft ihn zu spielen. Auf der Bühne kommt dies aber nur sehr, sehr selten vor. Ein anderer Held Von mir ist Tuck Endress ( Tuck and Patty). Meine Initialzündung in Sachen Akustikgitarre war vor langer Zeit sicherlich wie bei so vielen Werner Lämmerhirt. Ich denke, mittlerweile sind meine Songs Kreuzungsversuche von Tommy`s klarer Melodiesprache und Tucks unglaublichem
Groove. Kompositorisch bin ich auch Bewunderer von Peter Finger. Ich höre ihn nur nicht so oft beim Frühstück.
was sind schöne momente als Gitarrist?
Erstmal alle schönen Momente im Leben, die man auch als Nichtgitarrist erlebt. Ich meine diese Momente in meinem Privatleben, von denen ich weiß , wie viele von meinen Profikollegen sie schmerzlich vermissen. Als Gitarrist bin ich schon sehr glücklich, wenn ich so wie in letzter Zeit häufig musikalische und menschliche Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Tony MC Manus, Don Ross, oder eben auch Peter Finger hatte und haben werde oder wenn Tommy mir schreibt, wie er meine Platte findet. Schön ist auch, sich ein Publikum zu erspielen, das mir immer öfter sagt, daß meine Musik auch am nächsten Tag noch nachschwingt.





